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Armstrong Whitworth F.K.10 Quad

Armstrong Whitworth F.K.10 Quad
Mit Beginn des Jahres 1916 entwickelte die Sir W.G. Armstrong Whitworth & Co. Ltd., deren Chefkonstrukteur Frederick Koolhoven, ein gebürtiger Niederländer war, auf privater Basis mit der F.K.9 einen einmotorigen Jagdzweisitzer in Vierdeckerauslegung, dessen Erstflug im Juli 1916 stattfand. Die Ergebnisse führten im Herbst 1916 zu einer gründlichen Überarbeitung der Maschine die nun Bezeichnung F.K.10 erhielt. Das Flugzeug war eine stoffbespannte Holzkonstruktion mit kastenförmigen Rumpf und Normalleitwerk, wobei wie bei allen Koolhoven?Konstruktionen dieser Zeit, das Höhenleitwerk nur aus den Rudern bestand, die über Seilzüge bewegt wurden, also nicht an einer Flosse angeschlagen waren. Das wirklich Besondere war aber die sehr seltene Vierdeckerauslegung, wobei die Tragflächen alle gleich groß waren. Alle Tragflächen waren zweiholmige Holzkonstruktionen mit Stoffbespannung. Am Rumpf direkt befestigt war nur der zweite Tragfügel von unten, nämlich in Mitteldeckerposition, die beiden oberen Tragflügel waren an zwei aus dem Rumpf aufragenden Pylonen angebaut, wobei die obere Tragfläche über ein Tragflächenmittelstück verfügte, das die beiden Pylonen miteinander verband. Der untere Tragflügel lief unter dem Rumpf hindurch und wurde nur von den beiden starken I-Streben, neben den Fahrwerksbeinen die einzigen Metallteile der Konstruktion, gehalten, die die Tragflächen miteinander verbanden. Zwischen Pylonen und I-Stielen waren die Flächen durch kreuzweise gespannte Drahtseile zusätzlich verspannt. Als Antrieb war der französische Neun-Zylinder-Umlaufmotor Clerget 9B vorgesehen. Das Fahrwerk hatte eine durchgehende Achse, die mit einer kleinen Hilfsfläche aerodynamisch verkleidet war. Der Erstflug fand am 14.Oktober 1916 statt und anschließend wurde die Maschine (militärische Kennung N511) an das Royal Flying Corps zur weiteren Erprobung übergeben, das am 30.Dezember 1916 bei der Firma Angus Sanderson & Company in Newcastle-on-Tyne 50 Maschinen F.K. 10 bestellte. Drei Maschinen wurden für die Marineflieger (RNAS) als Luftschiffbekämpfungsflugzeuge bestellt, von denen zwei von der Firma Phönix Dynamo und eine von Armstrong Whitworth gefertigt wurden. Nach der Auslieferung der ersten Serienmaschine wurde die unzureichende Geschwindigkeit der F.K. 10, die unter der der zu bekämpfenden Luftschiffe lag bemängelt. Der versuchsweise Einbau eines Le Rhone Umlaufmotors brachte keine Verbesserung, so dass nach der Lieferung von nur fünf Exemplaren der Auftrag storniert wurde.
Armstrong Whitworth F.K.10 Quad (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Armstrong Whitworth F.K.10 Quad
Verwendung: Jagdflugzeug, Luftschiffzerstörer, Aufklärer
Baujahr: 1917
Besatzung: 2 Mann
Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 150 PS (98 kW)
Dauerleistung: 128 PS (95 kW) in 2.000 m
Spannweite: 8,48 m
Länge: 6,78 m
größte Höhe: 3,50 m
Spurweite: 1,56 m
Propellerdurchmesser: 2,54 m
Propellerfläche: 5,07 m²
Flügelfläche: 36,27m²
V-Form: obere Tragfläche +2,5°
V-Form: mittlere Tragflächen +2,25°
V-Form: untere Tragfläche + 2,5°
Flügelstreckung: 2,00
Staffelung: 1,40 m
Leermasse: 560 kg
Startmasse normal: 916 kg
Startmasse maximal: 1.070 kg
Tankinhalt maximal: 200 Liter
Schmierstofftank: 32 Liter
Flächenbelastung: 29,50 kg/m²
Leistungsbelastung: 7,13 kg/PS (9,68 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 126 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 2.000 m: 135 km/h
Marschgeschwindigkeit in 2.000 m: 108 km/h
Gipfelhöhe: 5.200 m
Steigleistung: 2,1 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 8, 0 min
Steigzeit auf 3.000 m: 27,0 min
Reichweite normal: 360 km
Reichweite maximal: 440 km
Flugdauer: 2,5 h
Bewaffnung: ein 7,7 mm Maschinengewehr Vickers starr auf dem Rumpf vor dem Pilotensitz montiert mit 1.000 Schuß und ein schwenkbares 7,7 mm Maschinengewehr Lewis mit 1.500 Schuss für den Beobachter und Bordschützen
Bombenlast maximal: 6 x 10 kg

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