Autor: ek

Arado Ar69

Arado Ar 69
1934 erhielt Arado den Auftrag zur Entwicklung eines leichten zweisitzigen Schulflugzeugs, das als Doppeldecker ausgeführt werden sollte. Ähnliche Aufträge gingen an Heinkel und Focke-Wulf, wo die Modelle He 72 und Fw 44 ?Stieglitz? entstanden. Walter Blume entwarf daraufhin einen Doppeldecker in Gemischtbauweise mit festem Heckradfahrwerk. Die Tragflächen wiesen eine starke Staffelung auf und waren durch zwei N-Stiele verbunden, zusätzlich war eine Verspannung mit Stahlseilen vorhanden.
Flugschüler und Fluglehrer saßen in getrennten offenen Cockpits hintereinander. Der Rumpf war eine Stahlrohrkonstruktion, die nur im vorderen Bereich eine Sperrholzverkleidung hatte. Ab dem ersten Cockpit aber komplett mit Stoff verkleidet war. Die Tragflügel waren eine Holzkonstruktion, die an der Flügelnase und der Unterseite mit Sperrholz verkleidet, die obere Seite war stoffbespannt. Das Leitwerk, ebenfalls eine Holzkonstruktion, war komplett mit Stoff bespannt.
Der Oberflügel wies zur besseren Sicht für den Flugschüler eine trapezförmige Aussparung auf. Eine Neuheit war das hier erstmals verwirklichte Arado-Leitwerk, bei dem das Seitenleitwerk gegenüber dem Höhenleitwerk vorverlegt war, wodurch die gegenseitige Abdeckung der Ruder, die
statisch und aerodynamisch ausgeglichen waren, beim Trudeln abgemildert wurde.
Dadurch war ein kontrolliertes Trudeln möglich, was damals für Militärflugzeuge eine entscheidende Forderung war.
Das feste Heckspornfahrwerk war ölgedämpft und verfügte über mechanische Bremsen.
Der Prototyp mit der Kennung D-2822 war mit einem luftgekühltem Vierzylinder Reihenmotor Argus As 8b mit 135 PS Startleistung ausgerüstet und startete im September 1934 zu seinem Erstflug.
Auf dem XIV. Pariser Aero-Salon wurde die Maschine 1935 gezeigt, wobei ihr geringes Leergewicht von nur 505 kg überraschte.
Das Technische Amt hatte bei Arado eine Kleinserie von sieben Maschinen bestellt, wobei der stärkere luftgekühlte 7 Zylinder Sternmotor Siemens Sh 14A verwendet werden sollte.
Zur Unterscheidung wurden die mit dem Argus As 8 B Motor bestückten Maschinen, es wurden wahrscheinlich nur zwei Stück gebaut, Ar 69a und die mit Siemens Sh 14A motorisierten Maschinen als Ar 69b bezeichnet.
Am 30.April 1936 waren alle sieben Maschinen an die Luftwaffe ausgeliefert, wo sie in verschiedenen Fliegerschulen verwendet wurden. Eine Maschine wurde kurzzeitig in der Erprobungsstelle der Luftwaffe in Rechlin geflogen und wohl auch Trudelversuchen unterworfen.
Arado Ar 69 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Arado Ar 69b
Verwendung: Übungs- und Sportflugzeug
Baujahr: 1936
Besatzung: 2 Mann
Nutzlast: 150 kg
Triebwerk: ein luftgekühlter 7 Zylinder Sternmotor Bramo Sh 14A mit festem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 150 PS (111 kW)
Dauerleistung: 128 PS (95 kW) in 2.500 m
Spannweite oben: 9,00 m
Spannweite unten: 9,00 m
Länge: 7,22 m
größte Höhe: 2,70 m
Propellerdurchmesser: 1,90 m
Propellerfläche: 2,83 m²
Spurweite: 1,58 m
Flügelfläche: 20,70 m²
V-Form: +3,25°
Pfeilung der Tragflächen: 10°
Staffelung: 0,70 m
Streckung: 7,83
Wurzeltiefe: 1,25
Leermasse: 540 kg
Startmasse normal: 750 kg
Startmasse maximal: 840 kg
Tankinhalt: 95 Liter
Schmierstofftank: 5 Liter
Flächenbelastung: 40,58 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,60 kg/PS (7,60 kg/kW)
Kraftstoffverbrauch: 26,7 l/100 km
Schmierstoffverbrauch: 0,3 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 171 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 184 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000 m: 150 km/h
Landegeschwindigkeit: 72 km/h
Startrollstrecke: 300 m
Landestrecke: 230 m
Gipfelhöhe: 5.600 m
Steigleistung: 4,9 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,4 min
Steigzeit auf 3.000 m: 14 min
Reichweite normal: 540 km
Reichweite maximal: 800 km (einsitzig)
Flugdauer: 4 h

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