Autor: ek

Arado Ar-77

Arado Ar-77
In einer Ausschreibung des Amtes für Technik und Beschaffung des Reichsluftfahrtministeriums von 1933, die an Arado und Focke Wulf ging, wurde ein zweimotoriges Mehrzweck- und Zubringerflugzeug gefordert, obwohl der Hauptverwendungszweck in der Ausbildung von Piloten auf zweimotorigen Flugzeugen und zur Schulung von Beobachtern und Bordfunkern liegen sollte. Als Antrieb war der Argus 10C zu verwenden. Die Maschine sollte ein Tiefdecker sein.
Die bewährte Entwicklungsmannschaft um Walter Rethel entwarf einen zweimotorigen Tiefdecker in Gemischtbauweise und einem diesmal weit vorn und relativ hoch an der Seitenflosse angebrachten Höhenleitwerk. Zu einem Einziehfahrwerk hatte man sich nicht durchringen können, also verwendete man ein festes, verkleidetes Heckradfahrwerk. Der vordere Teil des Cockpits war offen und hier waren die Plätze für Flugschüler und ?lehrer, die nebeneinander angeordnet waren. Im hinteren, geschlossenen Teil der Kabine waren der Funker und dessen Ausbilder untergebracht. Der Rumpf
bestand aus einer Stahlrohrkonstruktion und war am Bug und an der Unterseite bis zum Kabinenende mit Blech beplankt, während der Rest stoffbespannt war. Der Tragflügel war eine Holzkonstruktion, die unten mit Sperrholz verkleidet und oben mit Stoff bespannt war. Das Leitwerk bestand aus einer stoffbespannten Metallkonstruktion. Als Neuheit verwendete man zum ersten Male bei Arado eine Metall-Holzverklebung, so bestanden die Anschlüsse der Außenflügel aus Platten, bei denen Nussbaumholz mit Dural verklebt war, auch Nudu-Platten genannt, die später zu Problemen bei der Festigkeitsprüfung führten. Mit einer Spannweite von 19,20 m und 3.000 kg Abfluggewicht war die Ar 77 das bisher größte bei Arado entwickelte und gebaute Flugzeug. Als Ausrüstungen waren u.a. Doppelsteuer, Blind- und Nachtflugeinrichtungen, Funkanlage und Peilsender eingebaut. Trotz guten Abschneidens beim Vergleichsfliegen in Rechlin 1934 blieb es bei nur bei dem einzigen Prototypen Ar 77a (D-ABIM). Sieger wurde die Focke Wulf Fw 58 Weihe.
Arado Ar-77 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Arado Ar-77
Verwendung: Mehrzweckübungs- und Zubringerflugzeug
Baujahr: 1934
Besatzung: 4 Mann
Triebwerk: zwei luftgekühlte hängende 8 Zylinder Reihenmotoren Argus As 10C mit starrem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 240 PS (177 kW)
Dauerleistung: 200 PS (147 kW) in 3.000 m
Spannweite: 19,20 m
Länge: 12,50 m
größte Höhe: 3,20 m
Propellerdurchmesser: 2,30 m
Propellerfläche: 4,15 m²
Spurweite: 3,70 m
Flügelfläche: 50,50 m²
V-Form: + 5°
Pfeilung der Flügelvorderkanten: 10°
Streckung: 7,30
Bruchlastvielfaches: 7
Wurzeltiefe: 3,60 m
mittlere Flügeltiefe: 2,60 m
Leermasse: 1.930 kg
Startmasse normal: 2.940 kg
Startmasse maximal: 3.050 kg
Tankinhalt: 240 Liter
Schmierstofftank: 25 Liter
Flächenbelastung: 60,40 kg/m²
Leistungsbelastung: 6,35 kg/PS (8,62 kg/kW)
Kraftstoffverbrauch: 59 l/100 km
Schmierstoffverbrauch: 2,2 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 220 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 242 km/h
Marschgeschwindigkeit in 3.000 m: 200 km/h
Landegeschwindigkeit: 84 km/h
Gipfelhöhe: 5.000 m
Steigleistung: 4,7 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,5 min
Steigzeit auf 4.000 m: 16,5 min
Reichweite normal: 720 km
Reichweite maximal: 800 km
Flugdauer: 4 h
Bewaffnung: keine
Bombenlast maximal: 875 kg Übungsbomben im Rumpf

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