Autor: ek

Arado Ar-198

Arado Ar 198
1936 schrieb das technische Amt des Reichsluftfahrtministeriums bereits ein Nachfolgemuster für die gerade in der Einführung begriffene Henschel Hs 126 aus.
Die Ausschreibung ging an die Firmen Arado, Focke-Wulf und Hamburger Flugzeugbau (Blohm&Voss). Gefordert wurden beste Sichtverhältnisse, ausgezeichnete Langsamflugeigenschaften, Beschussfestigkeit und eine angemessene Defensivbewaffnung und drei Mann Besatzung. Bei Arado entwarf man einen einmotorigen Schulterdecker mit einem verglasten Beobachterstand am Rumpfbauch, festem Spornradfahrwerk und dem typischen Arado Leitwerk, bei dem das Seitenruder vor dem Höhenruder lag. Dadurch sollte die Möglichkeit ins Flachtrudeln zu geraten verhindert werden. Die Maschine sollte in Ganzmetallbauweise ausgeführt werden. Der freitragende Flügel erhielt Vorflügel, große Landeklappen und neuartige Auftriebsklappen. Pilot und Bordschütze waren in der oberen Kabine untergebracht, der Beobachter in dem rundum verglasten Bauchstand. Das Rumpfheck war als reiner
Leitwerksträger ausgelegt und enthielt also auch keine Einbauten.
Die Tragflächen waren zweiholmig aufgebaut und mit Duralblechen verkleidet.
Als Antrieb wählte man den 9 Zylinder Sternmotor Bramo 323, der mit einer NACA Haube verkleidet wurde.
Arado erhielt den Auftrag drei Versuchsmuster zu bauen und nach Rechlin zum Vergleichsfliegen zu schicken.
Der Erstflug der Ar 198 V 1, Werknummer 2651, fand am 1.September 1938 statt, anschließend wurde die unbewaffnete Maschine, die das zivile Kennzeichen D-ODLG trug zum Vergleichsfliegen nach Rechlin überführt, während die V 2, die für den Waffeneinbau vorgesehen war, und die V 3 sich noch in unterschiedlichen Bauzuständen im Werk in Warnemünde befanden.
Beim Vergleichsfliegen im Oktober 1938 schnitt die Ar 198 V 1, auch fliegendes Aquarium genannt, so schlecht ab, dass der Weiterbau der V 2 und V 3 abgebrochen wurde. Alle drei Maschinen wurden verschrottet.
Sieger im Vergleichsfliegen wurde die Focke Wulf Fw 189 vor der asymmetrischen Blohm & Voss BV 141A.
Arado Ar 198 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Arado Ar 198
Verwendung: taktischer Gefechtsfeldaufklärer
Baujahr: 1937
Besatzung: 3 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Sternmotor BMW-Bramo 323 A Fafnir mit verstellbarem Dreiblatt-Metallpropeller VDM
Startleistung: 900 PS (663 kW)
Dauerleistung: 730 PS (538 kW) in 4.000 m
Spannweite: 14,90 m
Länge: 11,80 m
größte Höhe: 4,60 m
Propellerdurchmesser: 3,30 m
Propellerfläche: 8,55 m²
Spurweite: 3,02 m
Flügelfläche: 35,20 m²
V-Form: +6°
Streckung: 6,31
Leermasse: 2.420 kg
Startmasse normal: 3.350 kg
Startmasse maximal: 3.753 kg
Tankinhalt: 900 Liter
Flächenbelastung: 106,62 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,17 kg/PS (5,66 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 315 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 360 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 280 km/h
Langsamfluggeschwindigkeit: 118 km/h
Landegeschwindigkeit: 95 km/h
Gipfelhöhe: 7.800 m
Steigleistung: 5,1 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,4 min
Steigzeit auf 4.000 m: 16,0 min
Reichweite normal: 960 km
Reichweite maximal: 1.075 km
Flugdauer: 4 h
Bewaffnung (geplant): zwei 7,9 mm Maschinengewehre MG 17 mit je 1.000 Schuss starr in die Tragflächen eingebaut und zwei 7,9 mm Maschinengewehre MG 15 auf mit je 600 Schuss auf Kurbellafette im hinteren und im unteren Gefechtsstand.
Bombenlast (geplant): vier 50 kg Bomben unter den Tragflächen

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