Autor: ek

Arado Ar 76

Arado Ar 76
Eine der ersten Ausschreibungen des C-Amtes, später Amt für Technik und Beschaffung des Reichsluftfahrtministeriums, forderte ein leichtes einsitziges Übungsjagdflugzeug in Hochdeckerauslegung, das auch als Objektschutzjäger verwendet werden konnte. Als Antrieb war der neue Achtzylinder-Reihenmotor Argus As 10 C vorgeschrieben, die Bewaffnung sollte aus ein bis zwei 7,9 mm Maschinengewehren MG 17 bestehen. Die Ausschreibung ging an die Firmen Arado, Focke-Wulf, Heinkel und Henschel.
Arado Ar 76 (Archiv: Eberhard Kranz)
Konstruktionsmerkmale des Arado Ar 76
Walter Rethel entwarf einen Hochdecker in Gemischtbauweise mit festem, verkleidetem Heckradfahrwerk und typischem Arado-Leitwerk, das heißt, das Seitenleitwerk war vorverlegt und befand sich deutlich vor dem Höhenruder. Der Rumpf bestand aus einem stoffbespannten Stahlrohrgerüst, Tragflächen und Leitwerk waren stoffbespannte Holzkonstruktionen. Die Tragfläche war auf kurze Streben über den Rumpf vor der Pilotenkabine gestellt und mit je zwei Einzelstreben gegen den Rumpf abgestützt. Am vorderen Knotenpunkt war gleichzeitig die Hauptfahrwerksstrebe angeschlagen.
Arado Ar 76 (Archiv: Eberhard Kranz)
Flugerprobung und Einsatz des Arado Ar 76
Anfang 1934 startete der erste Prototyp Ar 76a (D-ISEN) zu seinem Erstflug, der bereits die guten Flugeigenschaften der Maschine zeigte. Zwischenzeitlich hatte man die Ausschreibung dahingehend geändert, dass ein Bombenmagazin für drei 10 kg Bomben eingebaut werden musste. Dadurch waren die folgenden Maschinen Ar-96 V2 (D-IRAS) und V3, die im Frühjahr 1935 fertiggestellt wurden, etwa 50 kg schwerer, was sich aber kaum auf die Flugleistungen auswirkte. Beim Vergleichsfliegen in Rechlin im Sommer 1935 erzielte die Ar 76 sehr gute Ergebnisse und belegte knapp hinter der Focke Wulf Fw 56 den zweiten Platz. Im Herbst 1935 erhielten beide Firmen Serienaufträge, gleichzeitig wurde die Ar 76 für den Export freigegeben und 1936 auf der Internationalen Flugzeugausstellung ILIS in Stockholm gezeigt. Von der Ar 76 wurden insgesamt 182 Exemplare gebaut, die ab 1936 an die neu gegründeten Jagdfliegerschulen geliefert wurden.
Arado Ar 76 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Arado Ar 76
Land: Deutschland
Verwendung: Übungsjagdflugzeug, Objektschützer
Triebwerk: ein luftgekühlter hängender 8 Zylinder Reihenmotor Argus As 10C mit starrem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 240 PS (177 kW)
Dauerleistung: 200 PS (147 kW) in 3.000 m
Besatzung: 1 Mann
Erstflug: Anfang 1934
Spannweite: 9,50 m
Länge: 7,20 m
größte Höhe: 2,55 m
Propellerdurchmesser: 2,40 m
Propellerfläche: 4,53 m²
Spurweite: 1,65 m
Flügelfläche: 13,34 m²
V-Form: +2,5°
Pfeilung der Flügelvorderkanten: 3,25°
Streckung: 6,77
Bruchlastvielfaches: 12
Leermasse: 750 kg
Startmasse normal: 1.070 kg
Startmasse maximal: 1.150 kg
Tankinhalt: 105 Liter
Schmierstofftank: 12 Liter
Flächenbelastung: 86,21 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,79 kg/PS (6,50 kg/kW)
Kraftstoffverbrauch: 21 l/100 km
Schmierstoffverbrauch: 0,8 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 250 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 267 km/h
Marschgeschwindigkeit in 3.000 m: 220 km/h
Landegeschwindigkeit: 100 km/h
Gipfelhöhe: 6.400 m
Steigleistung: 7,2 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,5 min
Steigzeit auf 4.000 m: 11,5 min
Reichweite normal: 400 km
Reichweite maximal: 475 km
Flugdauer: 2,25 h
Text: Eberhard Kranz

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