Autor: ek

Arado Ar 232

Arado Ar 232
1939 forderte das Technische Amt im ein Nachfolgemuster für die Ju 52 der Transportgeschwader. Die Maschine sollte aber auch in der Lage sein, von unbefestigten Flugplätzen in unmittelbarer Frontnähe operieren zu können. Zwei Entwürfe kamen in die engere Wahl, die Fieseler Fi 333 und die Arado Ar 232. Während das Fieseler Projekt nur bis zum Attrappenbau kam, erhielt Arado einen Entwicklungsauftrag. Die Ar 232 war als Ganzmetallschulterdecker mit doppelten Seitenleitwerk und Bugradfahrwerk ausgelegt. Als Antrieb dienten zwei luftgekühlte 14 Zylinder-Doppelsternmotoren BMW 801 MA mit 1.600 PS Startleistung. Der Rumpf war ein Kastenrumpf, der zur Be- und Entladung mit einer Heck-Bodenklappe versehen war. Das Leitwerk war an einem rohrförmigen Leitwerksträger, der den Rumpf nach hinten fortsetzte, angebracht. Völlig neu war das Fahrwerk, das aus einem großrädrigen halbeinziehbaren Bugrad, das ebenfalls großrädrige Hauptfahrwerk wurde total in die Tragfläche eingefahren, und 22 kleinen Ballonrädern, die paarweise unter dem Rumpf angebracht waren, bestand. Bei Start und Landung in unbefestigtem Gelände wurde das Hauptfahrwerk halb ausgefahren, so dass es in einer Ebene mit den zusätzlichen Ballonrädern lag. Dadurch erreichte die Maschine eine Geländegängigkeit, die sie problemlos über ein Meter breite Gräben im Flugfeld rollen ließ. Der Erstflug fand im Februar 1942 statt und bewies die Funktionalität des in vielen Punkten revolutionären Konzepts der Ar 232. Da der verwendete BMW 801 aber der Fw 190 vorbehalten war, wurden nur die Ar 232 V1 und V2 damit ausgerüstet, später als Ar 232 A bezeichnet. Aus Tarnungsgründen wurde die Ar 232 V2 als Ar 323A-010 bezeichnet. 1942 wurde die Ar 323A auf die Verwendung von vier BMW Bramo 323 P umkonstruiert und ab Ende 1942 in kleiner Serie als Ar 232 B gebaut. Wegen seines Fahrwerks erhielt die Maschine die Spitznamen Tatzelwurm oder Tausendfüßler. Die wenigen Maschinen wurden besonders im Osten sehr intensiv geflogen, später wurden sie beim KG 200 für verschiedenste Sondereinsätze verwendet. So flog am 24.Juli 1943 die Ar 232A-010 (V2) unter dem Kommando von Rudolf Schütze von Brandenburg über Banak in Norwegen nach Spitzbergen und zur Bäreninsel, wo sie automatische Wetterstationen aussetzte. Auch bei dem missglückten Versuch eines Attentates auf Stalin (Unternehmen Zeppelin) am 6.September 1944 spielte eine Ar 232 B eine Hauptrolle. Insgesamt wurden 22 Arado 232 gebaut, davon 2 Ar 232 A (laut Jörg Kranzhoff sollen es 10 Stück gewesen sein), 20 Arado 232 B und eine Versuchsmaschine Ar 232 V4 mit vier Gnome Rhone 14M. Die Ar 432 stellte den Versuch einer abgespeckten Version in Gemischtbauweise dar, wobei Tragflügel und Leitwerk aus Holz bestanden, während der Rumpf aus geschweißten Stahlrohren mit Leichtmetallbeplankung bestand. Als Triebwerke wurden vier BMW Bramo 323 R2 mit je 1.000 PS vorgesehen. Die Konstruktion begann Ende 1943 bei Dewoitine in Paris. Zum Bau eines Versuchsmusters kam es nicht mehr.
Arado Ar 232
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Arado Ar 323B
Verwendung: militärisches Transportflugzeug
Baujahr: 1942
Besatzung: 4 Mann
Triebwerk: vier luftgekühlte 9 Zylinder Sternmotoren BMW-Bramo 323 R-2 mit verstellbaren Dreiblatt-Metallverstellpropeller (VDM)
Startleistung: je 1.000 PS (745 kW)
Dauerleistung: 880 PS (656 kW) in 4.000 m
Nutzlast normal: 4.700 kg (7.220 kg bei Überlast)
Spannweite : 33,50 m
Länge: 23,52 m
größte Höhe: 6,60 m
Propellerdurchmesser: 3,50 m
Propellerfläche: 9,62 m²
Spurweite: 8,80 m
Flügelfläche: 142,50 m²
V-Form: +2°
Leermasse: 12.780 kg
Startmasse normal: 20.200 kg
Startmasse maximal: 21.200 kg
Tankinhalt: 2.750 Liter
Flächenbelastung: 148,8 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,30 kg/PS (7,12 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 285 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 312 km/h
Reisegeschwindigkeit in 4.000 m: 240 km/h
Landegeschwindigkeit: 92 km/h
Startstrecke: 157 m
Startstrecke auf 20m Höhe: 350 m
Gipfelhöhe: 8.000 m
Steigleistung: 6,9 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,8 min
Steigzeit auf 2.000 m: 5,4 min
Steigzeit auf 6.000 m: 20,0 min
Reichweite normal: 1.340 km
Reichweite maximal: 1.450 km
Flugdauer: 6 h
Bewaffnung: eine 20 mm Maschinenkanone MG 131 mit 500 Schuß im Bug und eine 20 mm Maschinenkanone Mg 151/20 mit 500 Schuß im Drehturm auf dem Rumpfrücken und zwei 15 mm Maschinengewehren MG 151 mit je 100 Schuß im Heck

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