Autor: ek

Albatros L 73

Albatros L 73
1926 begann der Konstrukteur R. Schubert bei den Albatros-Flugzeugwerken GmbH in Berlin ? Johannisthal mit der Entwicklung eines zweimotorigen Verkehrsflugzeuges für acht Passagiere, das auch nachts fliegen sollte.
Die L 73 war ein Doppeldecker in Gemischtbauweise, wobei beide Tragflächen die gleiche Spannweite aufwiesen, mit festem Heckspornfahrwerk und Normalleitwerk.
Der Rumpf war eine Stahlrohrkonstruktion, die zum größten Teil mit Sperrholz verkleidet war, lediglich das Rumpfheck war stoffbespannt. Die Kabine war doppelwandig mit Schallisolierung und Heizung ausgeführt. Das Cockpit war geschlossen und großzügig verglast. Hinter der Passagierkabine befanden sich ein Gepäck- und ein Waschraum.
Die acht Sessel ließen sich in vier Schlafbetten umwandeln.
Die Tragflügel hatten Kastenholme aus Duraluminium und Rippen aus Stahlrohr, die mit Stahlseilen verspannt waren. Die Tragflügel, die Ruder und das Leitwerk waren stoffbespannt. Beim Leitwerk war die Höhenflosse zur Trimmung im Flug verstellbar, die Höhenruder waren zweiteilig. Der Hecksporn war mit dem Seitenruder gekoppelt.
Die Tragflächen wurden durch je einen N-Stiel verbunden. Die Triebwerke befanden sich zwischen Ober- und Unterflügel
und waren sowohl gegen die Flügel als auch zum Rumpf hin abgestrebt.
Sowohl die Triebwerksverkleidung als auch der Rumpf waren aerodynamisch gestaltet, so lief der Rumpfbug in einer senkrechten Schneide aus. Unter dem Rumpfbug befanden sich zwei Landescheinwerfer. 1926 erhielt die Luft Hansa die ersten beiden Exemplare, die L73a mit zwei BMW Sechszylinder-Reihenmotoren IV mit je 275 PS Startleistung und eine L73b mit Junkers L5 Sechszylinder-Reihenmotoren mit je 310 PS Startleistung.
Insgesamt bestellte die Luft Hansa vier L73, die schließlich alle auf BMW Va Sechszylinder-Reihenmotoren umgerüstet wurden. Ab 1927 setze man die Flugzeuge auf der Strecke Berlin-Moskau und später auch auf den Strecken Berlin-Lübeck-Kopenhagen-Malmö und Berlin-Brünn-Wien als Nachtflugzeuge ein. Am 28.Mai 1928 ging die D-961 ?Brandenburg? bei einem Absturz verloren. Auf der Internationalen Luftfahrtausstellung 1928 in Berlin wurde das Modell einer L 73 mit Gnome Rhone Sternmotoren ?Jupiter VI? gezeigt, die aber nie gebaut wurde. 1931 verkaufte die Lufthansa zwei Maschinen nach Bulgarien, die letzte noch im Einsatz befindliche L 73 mit der Kennung D-960 ?Preußen? wurde 1933 außer Dienst gestellt und an die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt abgegeben.
Albatros L 73 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Albatros L 73
Verwendung: Verkehrsflugzeug
Baujahr: 1928
Besatzung: 2 Mann
Passagiere. acht oder vier Schlafplätze
Nutzlast: 990 kg
Triebwerk: zwei flüssigkeitsgekühlte stehende Sechszylinder Reihenmotoren BMW Va mit starrem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: je 410 PS (302 kW)
Dauerleistung: je 320 PS (236 kW) in 3.000 m
Spannweite: 19,70 m
Länge: 14,60 m
größte Höhe: 4,70 m
Propellerdurchmesser: 2,80 m
Propellerfläche: 6,16 m²
Spurweite: 4,89 m
Flügelfläche: 92,00 m²
V-Form: obere Tragfläche 0°, untere Tragfläche +2°
Streckung: 4,22
Staffelung: 0,35 m
Kabinenlänge: 5,50 m
Kabinenbreite: 1,50 m
Kabinenhöhe: 1,75 m
Leermasse: 2.910 kg
Startmasse normal: 4.610 kg
Startmasse maximal: 4.800 kg
Tankinhalt: 720 Liter
Flächenbelastung: 52,17 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,85 kg/PS (7,94 kg/kW)
Kraftstoffverbrauch: 126 l/h
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 158 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 180 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000 m: 145 km/h
Landegeschwindigkeit: 92 km/h
Startrollstrecke: 260 m
Gipfelhöhe: 3.000 m
Steigleistung: 1,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 10 min
Steigzeit auf 3.000 m: 35 min
Reichweite normal: 600 km
Reichweite maximal: 750 km
Flugdauer: 5,5 h

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