Autor: ek

Airspeed A.S.39 Fleet Shadower

Airspeed A.S.39 Fleet Shadower
Im Jahre 1937 erließ das Air Ministry die Ausschreibung S.23/37, die ein mehrsitziges, trägergestütztes Aufklärungsflugzeug zur Überwachung feindlicher Flottenbewegungen aus der Luft, auch bei Nacht, forderte.
Ausgehend vom Operational Requirement OR.52 der Royal Navy sollte die Maschine besonders leise sein und mit 70 km/h in 460 m Höhe mindestens 6 h fliegen können. Wegen des Einsatzes von Flugzeugträgern aus mussten die Tragflächen an den Rumpf klappbar sein.
Die Ausschreibung ging an die Firmen Percival, Short Brothers, Fairey Aviation, General Aircraft Ltd. und Airspeed.
Bei Airspeed begann man im Herbst 1937 mit der Entwicklung einer solchen Maschine.
Man entschied sich für einen dreisitzigen abgestrebten Hochdecker in Gemischtbauweise mit dreifachen Seitenleitwerk und festen Heckradfahrwerk. Der Rumpf war in Ganzmetall-Schalenbauweise aufgebaut und bot ausreichend Platz für die beiden Piloten, die nebeneinander saßen und einem Beobachter im verglasten Rumpfbug. Der Tragflügel war eine zweiholmige Ganzholzkonstruktion, die mit Sperrholz verkleidet war. Das Leitwerk war ebenfalls eine Ganzholzkonstruktion. Ruder und Klappen waren stoffbespannt. Wegen der Verwendung auf Flugzeugträgern hatte man große Landeklappen vorgesehen, auch waren mechanisch verstellbare Vorflügel vorgesehen. Das Fahrwerk war mit extrem langen Federbeinen sehr robust
ausgeführt. Als Antrieb sollten vier Pobjoy Niagara V Sternmotoren dienen, die als die leisesten verfügbaren Motoren galten.
Der Entwurf gefiel dem Air Ministry und es bestellte bei Airspeed zwei Prototypen der nun als AS.39 bezeichneten Maschine.
Am 17. September 1940 startete der erste Prototyp mit der militärischen Kennung N1323 zu seinem Erstflug. Die Flugeigenschaften wurden als gut bezeichnet, nur gab es mit den Motoren Probleme, da diese extreme Schwingungen erzeugten. Die Probleme waren auch durch Veränderungen in der Motoraufhängung nicht zu beseitigen, so dass Airspeed empfohlen wurde, bei dem zweiten Prototyp, der die Kennung N1324 erhalten hatte, neben dem Einbau von zwei 7,62 mm Maschinengewehren Browning 0.3 auch die Motoren auszutauschen und zwar gegen zwei Armstrong Whitworth Cheetah XI.
Während die Umkonstruktion noch am Laufen war, beendete die Royal Navy am 17.Februar 1941 das Flottenbeschattungsprogramm und damit auch den Bau des zweiten Prototypen. Diese Art von Flugzeugen war durch die Entwicklung des Radars und dem Einsatz schwerer Langstreckenflugzeuge, wie der B17 Fortress I, überflüssig geworden.
Beide Prototypen wurden kurze Zeit später verschrottet. Von den ursprünglich fünf Wettbewerbern hatte nur noch General Aircraft Ltd. einen Auftrag über ebenfalls zwei Prototypen seines Modells GAL.38 erhalten, die das gleiche Schicksal erfuhren.
Airspeed A.S.39 Fleet Shadower (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Airspeed A.S.39 Fleet Shadower
Verwendung: bordgestütztes Flottenüberwachungsflugzeug
Baujahr: 1940
Besatzung: 3 Mann
Triebwerk: vier luftgekühlte 7 Zylinder Sternmotoren Pobjoy Niagara V mit festem Zweiblatt-Holz-Propeller
Startleistung: je 130 PS (96 kW)
Dauerleistung: je 115 PS (85 kW) in 1.500 m
Spannweite: 16,30 m
Länge: 12,20 m
größte Höhe: 3,20 m
Propellerfläche: 3,46 m²
Spurweite: 2,88 m
Flügelfläche: 41,70 m²
V-Form: +1,5°
Streckung: 6,37
Leermasse: 2.085 kg
Startmasse normal: 3.148 kg
Startmasse maximal: 3.305 kg
Tankinhalt: 1.260 Liter
Flächenbelastung: 79,26 kg/m²
Leistungsbelastung: 6,36 kg/PS (8,64 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 185 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 1.500 m: 202 km/h
Marschgeschwindigkeit in 1.500 m: 170 km/h
Langsamfluggeschwindigkeit: 97 km/h
Landegeschwindigkeit: 100 km/h
Gipfelhöhe: 5.090 m
Steigleistung: 4,4 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 4,0 min
Steigzeit auf 3.000 m: 14,0 min
Reichweite normal: 960 km
Reichweite maximal: 1.080 km
Flugdauer: 6 h
Bewaffnung geplant: zwei 7,62 mm Maschinengewehre Browning 0.3 mit je 300 Schuss
Bombenlast: keine

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