Autor: ek

Aero A.42

Aero A.42
Ende 1929 entwarfen die Aero Flugzeugwerke auf eigene Initiative ein modernes Bombenflugzeug, das sich deutlich von den im Einsatz befindlichen unterschied. Die Maschine war als einmotoriger, freitragender Hochdecker mit geschlossener Kabine und festem Heckspornfahrwerk ausgelegt und aerodynamisch gut durchgebildet. Die Tragflächen und Leitwerke waren reine Holzkonstruktionen, während der Rumpf über ein Metallgerüst verfügte, das im vorderen Bereich mit Aluminium beplankt war. Das Rumpfheck war mit Sperrholz verkleidet. Sämtliche Ruder waren stoffbespannt. Als Anrieb wählte man einen italienischen 8 Zylinder W Motor, der bei ČKD-Praga in Lizenz gefertigt wurde. Um das Interesse an dem Modell zu steigern, nahmen beide gefertigten A.42 1930 an verschiedenen Wettbewerben teil, wobei aber der Erfolg ausblieb. So belegte man nur die Plätze acht und zwölf, während der Doppeldecker Letov S-16 den zweiten Platz belegte. Trotzdem stellte man eine Maschine der Tschechoslowakischen Luftwaffe zur Erprobung zur Verfügung, die aber eine lange Liste von Änderungswünschen ergab. So wurde das enge geschlossene Cockpit und die sehr langen Start- und Landestrecken bemängelt. Die Zuverlässigkeit des Motors, bei einem einmotorigen Flugzeug von fundamentaler Wichtigkeit, wurde nach mehreren Ausfällen in Frage gestellt. Das Fahrwerk sollte auch überarbeitet werden, besonders die aerodynamischen Radverkleidungen sollten entfernt werden, da diese schnell sehr stark verschmutzten. Die hölzerne Tragflächenkonstruktion sollte durch eine Metallbauweise ersetzt werden. Bewaffnung und Bombenlast wurden als nicht ausreichend eingestuft. Aero wollte die Mängel schrittweise beseitigen, tat aber in den grundlegenden Dingen nichts. Die zweite A.42 stellte am 20. Oktober 1030 einen internationalen Geschwindigkeitsrekord auf, indem sie mit 500 kg Nutzlast die geschlossenen 1.000 km in 253, 428 km/h durchflog. Anschließend verblieb die Maschine bei Aero, wo man sich mit dem Gedanken trug, sie zweimotorig zur A.42c umzubauen. Schließlich wurde sie 1934 abgewrackt. Der erste Prototyp verblieb bis zum deutschen Einmarsch 1938 bei der tschechoslowakischen Luftwaffe und wurde dann von der slowakischen übernommen. Nach einer Kollision am Boden wurde die Maschine 1940 schwer beschädigt und anschließend verschrottet.
Aero A.42
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Aero A.42
Verwendung: Bombenflugzeug
Baujahr: 1930
Besatzung: 3 Mann
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter 8 Zylinder W Reihenmotor Isotta-Fraschini Asso RV mit verstellbarem Dreiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 800 PS (589 kW)
Dauerleistung: 720 PS (530 kW) in 4.000 m
Spannweite: 20,80 m
Länge: 13,80 m
größte Höhe: 3,40 m
Propellerdurchmesser: 3,18 m
Propellerfläche: 7,95 m²
Spurweite: 4,00 m
Flügelfläche: 54,2 m²
V-Form: +1°
Leermasse: 2.940 kg
Startmasse normal: 4.740 kg
Startmasse maximal: 4.875 kg
Tankinhalt: 840 Liter
Flächenbelastung: 89,94 kg/m²
Leistungsbelastung: 6,09 kg/PS (8,27 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 252 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 270 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 210 km/h
Landegeschwindigkeit: 115 km/h
Gipfelhöhe: 7.000 m
Steigleistung: 1,7 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 10 min
Steigzeit auf 4.000 m: 50 min
Reichweite normal: 1.050 km
Reichweite maximal: 1.200 km
Startstrecke: 700 m
Landestrecke: 550 m
Flugdauer: 6 h
Bewaffnung: zwei 7,9 mm Maschinengewehre Gebauer mit je 300 Schuss
Bombenlast maximal: 400 kg

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