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Dassault Super Etendard

Dassault Super Etendard
Die Super Etendard entstand aus dem bewährten Etendard IV, die seit 1962 auf den beiden französischen Flugzeugträgern Clemencau und Foch eingesetzt wurden. Von der Etendard IVM standen 69 Flugzeuge im Einsatz, zusätzlich benutzte die Marine 21 Etendard IVP als Aufklärer. Ursprünglich sollte eine Marineversion der SEPECAT Jaguar die alten Etendard IV ersetzen. Die französische Marine wies dieses Beschaffungsvorhaben jedoch ab und wollte amerikanische Vought A-7 kaufen. Die Regierung intervenierte und Dassault präsentierte die verbesserte Super Etendard, die den französischen Interessen besser entsprach als ein ausländisches Muster. Drei Etendard IVM dienten Dassault als Ausgangszellen für den Bau der moderneren Super Etendard. Der erste Prototyp startete am 28. Oktober 1974 zu seinem Jungfernflug. Ursprünglich wollte man 90 Prozent der Zelle beibehalten, durch den Einbau des nachbrennerlosen Atar 8K50 musste jedoch der ganze Rumpf überarbeitet werden, am Schluss erhielt die Super Etendard auch einen vollständig überarbeiteten Flügel. Die Tragflächen haben eine Pfeilung von 45 Grad und sind mit doppelt geschlitzten Landeklappen ausgerüstet. Die hängend gezahnte Vorderkante wurde gegenüber dem Vorgängermuster leicht verändert, um noch tiefere Anfluggeschwindigkeiten zu erreichen. Die äusseren Tragflächenabschnitte können hochgeklappt werden, wodurch die Spannweite um 1,80 Meter verkürzt wird. Die allgemeine Form des Heckleitwerks und der Slab- Höhenflosse wurde von der Etendard IVM übernommen, wobei auch hier einige Änderungen vorgenommen werden mussten. Die interne Kraftstoffmenge wurde nur unwesentlich verändert. Der wesentliche Fortschritt bei der neuen Super Etendard waren ihre Avioniksysteme, die den Einsatz modernster Waffen zulassen. Im Bug ist das Monopulsradar Agave von Thomson-CSF installiert. Das kompakte Radargerät kann Schiffsziele bis zu einer Entfernung von 110 km erkennen und im Luft-Luft Betriebsmodus werden Flugzeuge bis zu einer Distanz von 28 km erfasst. Dem Piloten wird durch Informationen auf einem Head Up Display das Leben während eines Kampfeinsatzes erheblich erleichtert. Als ELOKA Ausrüstung verfügt die Super Etendard einen Radarwarnempfänger und an einer Unterrumpfstation kann ein Störbehälter von Thomson mitgeführt werden. Die Super Etendard kann mit ihrer modernen Avionik und dem automatischen Schubregler neu auch Nachtlandungen auf den Trägern absolvieren. Zur Selbstverteidigung hat das Marine Flugzeug zwei 30 mm Bordkanonen mit je 125 Schuss eingebaut und kann zusätzlich R.550 Magic Luft-Luft-Lenkwaffen mitführen. An vier Unterflügelstationen und einer Rumpfstation kann eine grosse Waffenvielfalt bis zu atomaren Waffen mitgeführt werden. Als Hauptbewaffnung gegen Seeziele kann die Super Etendard mit Exocet Flugkörpern ausgerüstet werden. Die Truppeneinführung erfolgte am 28. Juni 1978. Frankreich beschaffte 71 Super Etendard, ursprünglich waren 100 Einheiten geplant, aus Kostengründen verzichtete man auf die Lieferung der restlichen Maschinen und behielt die Etendard IVP Aufklärer und die F-8E Crusaders länger im Einsatz. Damit der verspäteten Auslieferung des modernen Rafale M entgegengewirkt werden konnte, erfuhren die 56 Super Etendard eine umfassende Kampfwertsteigerung.
Dassault Super Etendard (Archiv: Robert Kuehni)
Technische Daten: Dassault Super Etendard
Hersteller: Aviation Marcel Dassault, Frankreich
Verwendung: Trägergestütztes Kampfflugzeug
Antrieb: Zwei Mantelstromtriebwerk SNECMA Atar 8K-50
Leistung: Standschub je 49,04 kN, 5000 kp
Besatzung: 1 Pilot
Erstflug: 29. Oktober 1974
Länge: 14,31 m
Spannweite: 9,60 m
Höhe: 3,86 m
Flügelfläche: 28,43 m²
Leergewicht: 6500 kg
Normales Startgewicht: 9450 kg
Maximales Startgewicht: 11.500 kg
Interner Kraftstoff: 3270 l
Schub/Gewichtsverhältnis: 0,43
Geschwindigkeit auf Meereshöhe: 1180 km/h
Maximale Geschwindigkeit: 1380 km/h auf 11.000 m
Anfluggeschwindigkeit: 220 km/h
Anfangssteigrate: 100 m/s
Dienstgipfelhöhe: 13.700 m
Einsatzradius mit einer AM.39 Exocet und 2 Zusatztanks: 850 km
Überführungsreichweite: 3400 km
Bewaffnung: Maximale Aussenlasten 2100 kg. Zwei 30 mm DEFA Kanonen mit je 125 Schuss; zwei AM.39 Exocet-Lenkflugkörper zur Schiffsbekämpfung oder eine AN.52 Atombombe sowie Sidewinder- oder Matra Magic Luft-Luft-Lenkwaffen.

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