Autor: rk

C-17 Globemaster III

Boeing C-17 Globemaster III
Mit dem C-17 Globemaster schuf McDonnell Douglas einen strategischen Militärtransporter der Spitzenklasse. Der Flugzeugbauer aus Long Beach bekam im August 1981 den Entwicklungsauftrag für einen neuen militärischen Grosstransporter mit interkontinentaler Reichweite. Die Maschine sollte in den Transportverbänden der amerikanischen Armee in Zukunft den bewährten C-141B Starlifter ablösen. Die US Air Force forderte einen Transporter, der neben interkontinentaler Reichweite und grosser Nutzlast auch ab behelfsmässig eingerichteten Pisten nahe dem Gefechtsfeld eingesetzt werden kann. Wie jedes militärische Flugzeugprogramm wurde auch der C-17 durch Kostenüberschreitungen und technischer Probleme bei der Entwicklung geplagt. Der Erstflug des modernen Transporters erfolgte am 15. September 1991 und die ersten Maschinen konnten ab dem 14. Juni 1993 durch die US Air Force übernommen werden. Der C-17 Globemaster III kann 76,6 Tonnen über eine Entfernung von rund 4.450 Kilometer transportieren. Die Maschine kann in der Luft betankt werden, daher können die extrem hohen und sperrigen Nutzlasten in praktisch alle Gebiete unserer Erde Nonstop transportiert werden. Diese Fähigkeit ist einzigartig und macht den C-17 Globemaster III zu einem beliebten Exportmuster. Die amerikanischen Transporteinheiten wollten ursprünglich 120 Einheiten dieses strategischen Kampfzonentransporters beschaffen, inzwischen wurden bereits mehr als 174 C-17 Globemaster III ausgeliefert und weitere Maschinen werden folgen. Die US Air Force hat bis heute insgesamt 205 C-17 Globemaster III bestellt. Als Exportkunden konnte Boeing Grossbritannien, Kanada, Qatar, NATO-Staatenverbindung, Australien und die Arabischen Emirate gewinnen. Konkurrenz erwächst dem C-17 lediglich vom europäischen A400M Transporter.
Konstruktionsmerkmale C-17 Globemaster III
Der C-17 Militärtransporter ist als vierstrahliger Schulterdecker mit grossem T-Leitwerk ausgelegt. Das Bugfahrwerk hat ein Doppelrad und wird nach vorne in den Rumpfbug eingefahren. Das Hauptfahrwerk ist am Rumpf angebracht und besteht auf jeder Seite aus zwei Fahrwerkträgern an denen je drei Räder angebracht sind. Diese Anordnung macht den C-17 so flexibel, dass er von behelfsmässigen Naturpisten eingesetzt werden kann. Über zwei drittel der Tragfläche erstrecken sich grosse Fowlerklappen, die zu optimalen Kurzstart- und Landefähigkeit führen. Unterstützt wird dieser Effekt durch Vorflügel, die sich über die ganze Flügelvorderkante erstrecken. Bei dem Flügel wählte man ein superkritisches Profil, das zu den hervorragenden Marschflugleistungen führt. Die Wirksamkeit des Flügels wird durch Winglets unterstützt. Als Triebwerk wählte man das F117-PW-100 von Pratt & Whitney, das wiederum vom zivilen PW2040 herrührt, das bei der Boeing 757 verwendet wird. Die vier Triebwerke sind mit einer effizienten Schubumkehr versehen, die sogar das autonome Rückwärtsrollen zulassen. Der Rumpf macht den C-17 erst zu dem was er ist, ein strategischer Grosstransporter für sperrigste Güter, kein anderes Flugzeug kann vielseitigere Armeegüter über interkontinentale Strecken direkt ins Kampfgebiet transportieren als der Globemaster III. Der Kastenförmige Rumpfquerschnitt kann über eine grosse Laderampe von hinten beladen werden. Der C-17 kann Kampfpanzer bis zu einem Einzelgewicht von 27 Tonnen befördern, in dem 590 Kubikmeter grossen Transportraum finden bis zu sechs Kommandofahrzeuge samt Truppen und zusätzlichen Ausrüstungsgütern platz. Der C-17 lässt sich auch als Transporter für gross angelegte Luftlandeoperationen einsetzen, 102 voll ausgerüstete Fallschirmjäger können mit dem Globemaster abgesetzt werden. Auch für humanitäre Aufgaben ist der C-17 hervorragend geeignet und wird immer wieder für Transportaufgaben in Gebiete, wo Naturkatastrophen wüteten, eingesetzt. Das Cockpit ist mit einer modernen Avionik für zwei Piloten ausgelegt, gesteuert wird die Maschine über Steuerknüppel, welche die Eingaben über eine elektronische Flugsteuerung an die Steuerflächen weiterleiten, zusätzlich wurde im C-17 ein mechanisches Notfallsteuersystem integriert. Die zwei Flugzeugführer werden in ihren Transportmissionen minimal durch einen Loadmaster unterstützt. Die maximale Nutzlast beträgt rund 77,5 Tonnen. Die Zelle ist zu 77 Prozent aus Aluminium, 12 Prozent Stahl, 6 Prozent Titan und 5 Prozent Verbundwerkstoffen aufgebaut.
C-17 Globemaster III (Bild: US Air Force)
Technische Daten: C-17 Globemaster III
Land: USA
Verwendung: Strategischer Schwertransporter
Triebwerk: Vier Mantelstromtriebwerke Pratt & Whitney F117-PW-100
Schubleistung: Je 40.440 lbf, 181 kN
Besatzung: 2 Piloten, 1 Loadmaster
Transportleistung: 102 voll ausgerüstete Fallschirmjäger, 36 Barren mit 54 Verwundeten samt Pflegepersonal, 18 Paletten, bis zu drei Panzer.
Erstflug: 15. September 1991
Einführung US Air Force: 14. Juni 1993
Spannweite: 51,74 m
Flügelpfeilung: 25 Grad
Flügelstreckung: 7,165
Winglet Länge: 2,81 m
Länge: 53,04 m
Höhe: 16,79 m
Rumpfquerschnitt: 6,86 m
Flügelfläche: 353,49 m
Flächenbelastung: 751,7 kg/m
Länge Frachtraum: 26,82 m
Länge Frachtboden: 20,78 m
Breite Frachtraum: 5,48 m
Höhe Frachtraum: 3,76 m
Volumen Frachtraum: 590 Kubikmeter
Rampenlänge: 6,52 m
Leergewicht rund: 128.000 kg
Maximale Startmasse: 265.352 kg
Maximale Nutzlast: 77.520 kg
Tankkapazität: 102.625 Liter
Marschgeschwindigkeit: Mach 0,76, 450 Knoten, 830 km/h
Maximale Geschwindigkeit: 890 km/h
Dienstgipfelhöhe: 45.000 Fuss, 13.700 m
Reichweite mit 76,6 Tonnen: 4.450 km
Reichweite mit 50 Tonnen: 6.900 km
Reichweite mit Luftbetankung: Global
Startstrecke mit 18,2 Tonnen Nutzlast: 940 m
Startstrecke volle Nutzlast: 2.350 m
Landestrecke: 940 m
Stückpreis: rund 205 Millionen US Dollar

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